|
NRW-Grüne: Sozialabbau und Atom-Lobbyismus
Rüdiger Sagel MdL -DIE LINKE.NRW 30. Mai 2011
Rüdiger Sagel MdL, stellvertretender Vorsitzender der
Fraktion
DIE LINKE.NRW
Die Ergebnisse des Grünen-Parteitags in Emsdetten
bewertet der stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE im
Landtag NRW, Rüdiger Sagel, als einen sozial- und umweltpolitischen
Rückschritt. „Das Spardiktat der Grünen wird zu Sozialabbau führen und
richtet sich gegen die Arbeitenden in NRW“, erklärte Sagel. Der
Personalabbau werde mit dieser Entscheidung fortgesetzt und der
Niedriglohnsektor weiter gestärkt. Die ebenfalls befürwortete
Laufzeitverlängerung der Urananreicherungsanlage in Gronau bis 2017 sei
„Atomlobbyismus und ein Schlag für die Anti-Atombewegung in NRW“.
Von
einem Finanzkurs mit sozialer und ökologischer Vorsorge könne bei den
Grünen keine Rede mehr sein sagte Sagel, selbst ehemaliger
Landtagsabgeordneter der Grünen: „Wer durch Einsparungen rund 900
Millionen Euro im Landeshaushalt auffangen will, wie der
Grünen-Fraktionsvorsitzende Priggen, wird nicht nur keine
Gebührenfreiheit in den Kindertagesstätten bekommen, sondern muss
soziale Kürzungen vornehmen und Personal entlassen.“
Der bis
2017 durchgewunkene Weiterbetrieb der Urananreicherungsanlage in Gronau
sei offensichtlich „auf ein erneutes Stillhalteabkommen mit der
Atomlobby“ zurückzuführen, sagte Sagel unter Verweis auf den sogenannten
Atomkonsens von SPD und Grünen aus dem Jahr 2000, der eine
Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke bedeutete. „Kaum sind die Grünen
in der Regierung angekommen, sind sie auch schon ökologisch
umgefallen“, so Sagel. Das sehe man auch beim „Gas-Fracking“ und dem
Kohlekraftwerk in Datteln: „Alles wird geprüft, nichts wird verhindert,
aber auf der Straße suggeriert man der Ökologie-Bewegung, an ihrer Seite
zu stehen. Eine durchsichtige Politik der Doppelmoral bei den
NRW-Grünen.“
-------------------------------------------------------------------------------------------
Neuer Störfall in der Wiederaufbereitungsanlage in Gronau !! Samstag 23.07.2011
26. Juli 2011 Rüdiger Sagel
UAA Gronau stilllegen und Sicherheit prüfen!
Am Samstag, den 23. Juli 2011, ist es erneut zu
einem Störfall in der Gronauer Urananreicherungsanlage (UAA) mit
Austritt von toxischem Uranhexafluorid gekommen. Die Betriebsgenehmigung
wird jedoch von der SPD/Grünen-Landesregierung nach wie vor nicht in
Frage gestellt, kritisiert Rüdiger Sagel, stellvertretender
Fraktionsvorsitzender der LINKEN. „Es gibt in letzter Zeit eine Häufung
von Störfällen, wir haben daher das Problem erneut mit einer aktuellen
„Kleinen Anfrage“ an die Landesregierung aufgegriffen. Allerdings muss
die Landesregierung jetzt handeln und als ersten Schritt die Anlage
stilllegen, um alle Sicherheitsfragen zu prüfen.“
URENCO, der Betreiber der UAA in Gronau, kann weiter
produzieren, als wäre nichts gewesen, so Sagel: „Die
SPD/Grüne-Landesregierung verhält sich unverantwortlich. Bundesweit
findet der Atomausstieg statt trotz wiederholter UAA-Störfälle, aber
nicht im Münsterland.“
Sagel weiter: „Das Düsseldorfer
Wirtschaftsministerium als zuständige Genehmigungsbehörde ist
offensichtlich erst am Montag über das Ereignis informiert worden. Zudem
heißt es aus dem Ministerium routinemäßig, die UAA müsse wegen weiterer
meldepflichtiger Ereignisse der letzten Monate in laufende
Sicherheitsüberprüfungen einbezogen werden. Notwendig ist aber, die
Atomanlage stillzulegen, um weitere Unfälle zu vermeiden und eine
umfassende Sicherheitsüberprüfung durchzuführen. Unabhängig davon
fordert DIE LINKE die endgültige Stillegung der Anlage!“
--------------------------------------------------------------------------------------------
Brokdorf: Eon nimmt das Atomkraftwerk nach einen Störfall vom 7.8.2011 vom Netz!
Laut Medienberichten lag es erneut an den Transformatoren
-----------------------------------------------------------------------------------------------
25. Juni 2011 | von Bernd Brouns |
GRÜNE/Bündnis 90 : Stimmen im Bundestag für den Atomausstieg in Jahre 2022!
Unter dem Motto Konsequent für neue Energie!
fand am heutigen Samstag die Bundesdelegiertenkonferenz der Partei
Bündnis 90/DIE GRÜNEN statt. Dort hat sich die Mehrheit der Delegierten
hinter den Merkelschen Atomkompromiss gestellt. Konsequent heißt für die Grünen also,...
...einem "Atomausstieg" zuzustimmen, der das Abschalten der AKWs von
den Profitinteressen der Atomkonzerne abhängig macht. So steht es im Gesetzesentwurf der Koalition, dem die Grünen jetzt ihren Segen erteilten:
"Auch die nunmehr vorgesehene zeitliche Befristung der Berechtigung zum Leistungsbetrieb ist (...) so
ausgestaltet, dass die von dieser Regelung betroffenen Unternehmen
nicht unverhältnismäßig belastet werden und den Betreibern eine
Amortisation der Investitionen sowie die Erzielung eines angemessenen
Gewinns weiterhin ermöglicht wird." (Drs. 17/6070; S. 6)
...einer Atomgesetznovelle zuzustimmen, in der geschrieben steht, dass "ein vollständiger Ausstieg aus der friedlichen Nutzung der Kernenergie zur gewerblichen Erzeugung von Elektrizität faktisch vor dem Jahr 2022 nicht möglich ist." (Drs. 17/6070; S. 5)
...einem "Atomausstieg" zuzustimmen, nach dem bis zum Jahr 2017 - dem
ursprünglichen Ausstiegsdatum der Grünen - gerade mal zwei der
verbleibenden neun Atomkraftwerke abgeschaltet werden.
...einem "Atomausstieg" zuzustimmen, demgemäß auch noch im
Bundestagswahlkampf 2021 die sechs Atomkraftwerke Grohnde, Gundremmingen
C, Brokdorf, Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2 am Netz sind. Am
Rande des Grünen-Parteitag waren schon fiktive CDU-Wahlkampfplakate aus
dem Jahr 2021 zu sehen: "Stromversorgung sichern! Laufzeitverlängerung
jetzt!"
...einer Atomgesetznovelle zuzustimmen, den Wolfgang Renneberg, der
ehemalige Abteilungsleiter für Reaktorsicherheit im
Bundesumweltministerium - eingesetzt vom damaligen Minister Jürgen
Trittin -, in der Anhörung des Bundestages zum "Atom"-Gesetzesentwurf
mit Blick auf mögliche Klagen der Atomkonzerne als nicht gerichtsfest
bezeichnet.
"Meines Erachtens ist das offensichtlich.
Wenn man den Ausstieg tatsächlich möchte, aber das
Bundesverfassungsgericht hinterher auf Antrag darüber entscheiden
lassen will mit dem Tenor: „Rechtlich geht das eben nicht“, dann muss
man das so lassen. Wenn man das nicht will, dann muss man das ändern.
Meine Voraussage ist: Wenn das nicht geändert wird, dann wird es den Betreibern nicht schwerfallen, dieses Gesetz zu kippen." (Protokoll Nr. 17/46, S. 18)
...einer Atomgesetznovelle der schwarz gelben Koalition zuzustimmen -
und den eigenen, am kommenden Donnerstag (noch?) auf der Tagesordnung
des Bundestags stehenden Gesetzesentwurf,
der die Machbarkeit eines Ausstiegs bis zum April 2017
durchbuchstabiert, abzulehnen? Rolle rückwärts jetzt nicht nur bei
Merkel, Rösler & Co.?
...dem schwarz-gelben "Atomausstieg" zuzustimmen, um über den Partei übergreifenden Konsens dessen Unumkehrbarkeit zu erreichen.
"Für uns Grüne ist der breite Konsens
möglichst aller politischen Parteien im Bundestag für den Ausstieg aus
der Hochrisikotechnologie Atom ein Wert an sich. Damit wird ein
erneutes Aufbrechen der Vereinbarung politisch nahezu unmöglich." (aus
dem Beschluss des Grünen-Parteitags)
Ein dèjá vu? Schon im Jahr 2000 stimmten
die Grünen einem Atomkonsens zu - damals mit den Atomkonzernen - um ihn
unumkehrbar zu machen.
"Vor diesem Hintergrund verständigen sich
Bundesregierung und Versorgungsunternehmen darauf, die künftige Nutzung
der vorhandenen Kernkraftwerke zu befristen. (...) Beide Seiten werden
ihren Teil dazu beitragen, dass der Inhalt dieser Vereinbarung dauerhaft umgesetzt wird.
(...) Bundesregierung und Versorgungsunternehmen verstehen die erzielte
Verständigung als einen wichtigen Beitrag zu einem umfassenden
Energiekonsens." (Vereinbarung zwischen der Bundesregierung und Energieversorgungsunternehmen vom 14. Juni 2000 (= Atomkonsens), S. 3)
Mit einem Handstreich wurde der rot-grüne
Atomkonsens im letzten Herbst hinweggefegt. Aber diesmal wird der
Konsens halten, bestimmt...
Ach ja, und im Grundgesetz wollen die Grünen den Atomausstieg
verankert sehen. Die Fraktion DIE LINKE. im Bundestag freut sich schon
auf die Zustimmung der Grünen Fraktion zu ihrem Gesetzesentwurf zur Verankerung des Atomausstiegs im Grundgesetz, der am kommenden Donnerstag ebenfalls im Bundestag zur Abstimmung steht. Oder war auch das nicht so ganz ernst gemeint?
Weiter zu Nichts ist gut: Elf weitere Jahre Atomkraft!
1 Monat später :23.Juli 2011...Störfall in der Wiederaufbereitungsanlage in Gronau... bitte weiter unten lesen !
-------------------------------------------------------------------------------
Selbst die Grüne Jugend/Bündnis 90 ist gegen diesen Atomkompromiss!
Quelle :
http://www.rp-online.de/politik/deutschland/Gruene-Jugend-kritisiert-Parteispitze_aid_1010212.html
und
Die Umweltverbände fühlen sich von den Grünen/Bündnis 90 ebenfalls verschaukelt!
http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/gruene-stimmen-dem-schwarz-gelben-atomausstieg-zu/4323002.html?p4323002=3
|